Working Paper RIAS Hessen: „Von Antisemitismus Betroffene in Hessen zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 31. Dezember 2025. Alltagserfahrungen und aktives Handeln“
Während der Pressekonferenz zum 2025er Jahresbericht von RIAS Hessen sagte Marc Grünbaum vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main: „Die Zahlen von RIAS Hessen sind erschreckend. Es sind Zahlen – für uns als Juden ist es Alltag“. Auch diese Aussage hat RIAS Hessen motiviert, ein Working Paper zu direkt von Antisemitismus Betroffenen zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 31. Dezember 2025 zu schreiben. Ein Vorwort steuerte Daniel Neumann, Vorsitzender des Landesverbandes der Juden in Hessen, bei.
Seit 2023 konstatierte RIAS Hessen einen stetigen Anstieg antisemitischer Vorfälle. 2023 wurden 528 antisemitische Vorfälle dokumentiert, davon 338 zwischen dem 7. 10. 2023 und dem 31.12. 2023. 2024 wurden RIAS Hessen 926 antisemitische Vorfälle gemeldet; eine Steigerung um 78 Prozent im Vergleich zu 2023. 2025 kam es nochmals zu einer Zunahme um 18 Prozent; RIAS Hessen dokumentierte 1099 Vorfälle.
Insgesamt 36 Prozent der im Jahr 2025 dokumentierten antisemitischen Vorfälle richteten sich gegen Personen und Einrichtungen; in 241 Fällen wurden Einzelpersonen direkt adressiert; 159 Vorfälle richteten sich gegen Institutionen – zusammen 400 der Vorfälle. 2024 wurden bei 926 Vorfällen 274 Einzelpersonen adressiert; 139 Vorfälle zielten gegen Institutionen. 2023 gab es 313 Fälle mit direkt Betroffenen.
Die zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 31. Dezember 2025 von RIAS Hessen dokumentierten 2.362 antisemitische Vorfälle wiesen insgesamt 369 betroffene Institutionen und 632 betroffene Einzelpersonen auf.
Vorfälle ohne Betroffene sind nach RIAS-Kriterien beispielsweise antisemitische Schmierereien oder Aufkleber im öffentlichen Raum. Diese werden zwar von vielen Personen gesehen, adressieren aber in der Regel keine bestimmten Personen.
RIAS Hessen zeigt im aktuellen Working Paper auf, was es bedeutet, unmittelbar antisemitisch angesprochen und attackiert zu werden, wie dies den Alltag verändern kann – und wo Menschen Unterstützung, Hilfe und Empowerment suchen und finden.
Jüdische Gemeinden und Einrichtungen unterstreichen mit Statements, dass es darum geht, sich zu ermächtigen und jüdisches Leben zu ermöglichen. Zugleich sind es Aufrufe an die Zivilgesellschaft, sich endlich zu positionieren, gegen jeden Antisemitismus.
Das Working Paper „Von Antisemitismus Betroffene in Hessen zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 31. Dezember 2025. Alltagserfahrungen und aktives Handeln“ steht als Download auf der Website von RIAS Hessen zur Verfügung.