RIAS-Ausstellung im Staatlichen Schulamt, Hanau
Bis 22. Dezember wird die Zweitversion der RIAS-Ausstellung (Roll-Ups) in Hanau gezeigt, als Teil der Kooperation der Stadt Hanau, dem Main-Kinzig-Kreis, dem Staatlichen Schulamt und der Jüdischen Gemeinde Hanau mit Beteiligung von RIAS Hessen
Die Ausstellung „Ja, DAS ist Antisemitismus! Jüdische Erfahrungen in Hessen“, die im Staatlichen Schulamt (Hessen-Homburg-Platz 8) in Hanau eröffnet worden ist. Sie ist bis zum 22. Dezember 2026 zu sehen.
Zur Eröffnung kamen rund 40 Schulleitungen und Lehrkräfte, die an ihren Schulen als Ansprechpersonen für das Thema Antisemitismus benannt sind.
Auf klassische Grußworte wurde zum Auftakt bewusst verzichtet. Stattdessen moderierte Corinna Künzel vom Fortbildungsbüro beim Staatlichen Schulamt eine Fragerunde mit Silke Siekemeyer, Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Susanne Urban von RIAS Hessen, Oliver Dainow, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Hanau, Oberbürgermeister Dr. Maximilian Bieri und Jannik Marquart, Vize-Landrat und Schuldezernent des Main-Kinzig-Kreises. Im Mittelpunkt standen unter anderem aktuelle Erscheinungsformen und steigende Fallzahlen von Antisemitismus sowie die Frage, welche Verantwortung Schulen und Stadtgesellschaft bei Prävention und Aufklärung tragen.
„Hanau hat eine lange jüdische Geschichte, und jüdisches Leben gehört selbstverständlich zu unserer Stadt, nicht nur historisch, sondern auch heute“, betonte OB Bieri. Gleichzeitig gebe es leider auch in Hanau immer wieder antisemitische Vorfälle. „Deshalb haben wir in Hanau, aber eben auch im gesamten Main-Kinzig-Kreis die Verantwortung: Wir müssen frühzeitig sensibilisieren, aufklären und Haltung zeigen.“
Die Schulen spielten dabei eine zentrale Rolle, darin waren sich alle Beteiligten einig. Sie seien nicht nur Orte der Wissensvermittlung, sondern auch Orte, an denen junge Menschen demokratisches Miteinander lernen sollten. „Wir müssen Prävention und Intervention über Einzelmaßnahmen hinausdenken und dauerhaft verankern. Insbesondere weil Antisemitismus sich immer wieder verändert, brauchen Schulen die passenden Werkzeuge, um ihn zu erkennen und wirksam zu handeln“, betonte Oliver Dainow. Das Netzwerk sorge dafür, dass keine Schule mit diesen Herausforderungen allein bleibe. Gemeinsame,schulübergreifende Formate, konkrete Lösungen und stetiger Austausch machten den Leuchtturmcharakter dieser hessenweit einmaligen Kooperation aus, unterstrich Dainow.
„Jüdisches Leben gehört zu unserer Gesellschaft, zu unserer Region und zu unserem Alltag. Gerade Schulen haben die Verantwortung, junge Menschen für Antisemitismus zu sensibilisieren, jüdisches Leben sichtbar zu machen und ihnen zu vermitteln, dass Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben. Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern nicht nur erinnern, sondern heute Haltung zeigen und handeln“, so Vize-Landrat Jannik Marquart.
Susanne Urban unterstrich, was Antisemitismus im Alltag bedeute und wie sich Fallzahlen und Erscheinungsformen darstellten.
Interessierte können die Ausstellung im Staatlichen Schulamt kostenfrei besuchen.
Anmeldung unter: Pbevaan.Xhramry@xhyghf.urffra.qr .

Foto der Eröffnung: Stadt Hanau/Moritz Göbel